2. April 2014

Energetische Sanierung - Geschosswohnung gewinnt mit Holzbauweise

Es handelt sich um zwei genau baugleiche Gebäude aus dem Baujahr 1967 mit jeweils neun Wohneinheiten, die erheblichen Sanierungsbedarf erkennen ließen. Im Zuge der Sanierung entschied man sich für eine vorgesetzte Fassade aus großformatigen und dämmenden Holzrahmenelementen. Den beiden dreigeschossigen Baukörpern setzte man zusätzlich neue Balkone vor.

Außenfassade mit fünf Komponenten

Die vorgehängten Holzrahmenbauelemente enthalten bereits jegliche Haustechnik, Wärmedämmung und Leitungssysteme, die zukünftig nötig sind. Sie bestehen im Wesentlichen aus fünf Komponenten: der Außenwand, einer Unterkonstruktion, der Wärmedämmung sowie Hinterlüftung und Bekleidung. Die vorgefertigten Holztafelelemente erfüllen alle energetischen Anforderungen zur Steigerung der Energieeffizienz, der Raumklimaverbesserung und die Auflagen des Brandschutzes.

Die Sanierung bestehender Gebäude mit vorgefertigten Fassadenbauteilen aus Holz hat den Vorteil, dass alle Bearbeitungsstufen in kurzer Bauzeit möglich sind.

Im Rahmen des Wettbewerbs Holzbaupreis NRW erhielt das Projekt eine Anerkennung, die auf der Messe Deubaukom im Januar 2014 verliehen wurde.

Gebäude-Energieaufwand um 80% gesenkt

Die vorgefertigten Holzbauelemente müssen exakt auf die Geometrie des bestehenden Gebäudes passen. Dies gelingt durch modernes Aufmaß in Hightechvariante mittels genauer Messung mit Laserscanner und Tachymeter. Durch die Verknüpfung mit den Programmen der Arbeitsvorbereitung und CNC-Fertigung in 3D-CAD/CAM erden die Planung der Elemente und der äußerst effektive Ablauf der Fertigung erst möglich.

Die Außenwände liefern nun einen U-Wert von 0,142 W/m²K, was einer Verbesserung von 80% entspricht. Die Sanierung der Gebäudehülle und der Heizungsanlage senkt damit den Heizwärmebedarf der Wohnungen von 201 kWh/m²a auf 52 kWh/m²a. Durch die errechnete Brennstoffeinsparung von 74% reduziert sich die CO²-Emission um 27.899 kg/a.

Dieter Vornweg, Vorstandsvorsitzender des Gemeinnützigen Spar- und Bauvereins Friemersheim eG legt großen Wert auf guten und bezahlbaren Wohnraum. Zu der Frage, was ihn dazu bewogen hat, Holz als Baustoff zu wählen, antwortete er wie folgt: Das Thema Nachhaltigkeit im Wohnungsbau hat uns schon seit längerem beschäftigt. Im Zusammenhang mit den Planungen zur Modernisierung der Wohngebäude haben wir dann Holz als ideales Material zur Fassadengestaltung abseits der bestehenden Kunststofffassaden gewählt. Insbesondere mit den werksseitig vorgefertigten Holzbauelementen nutzten wir die heutige moderne und intelligente Bautechnik für Bestandsbauten.

Zu den Modernisierungsportraits

 Die Wohnungswirtschaft 04_2014_Aufmaß mit Augenmaß_Kappler (2.0 MB)
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